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Interessantes über Karnevals- und Faschingsorden

Interessantes über Karnevals- und Faschingsorden

Woher kommt eigentlich der Faschingsorden?

Die feierliche Verleihung eines Ordens lässt sich traditionell zwar eher im militärischen Milieu finden, ist aber heute vor allem auch in Karnevalsvereinen ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten. Schuld daran sind im Grunde die Narren, genauer gesagt die ersten organisierten Karnevalsorden. Diese haben sich das Vergeben von Orden angeeignet, um die militärische Etikette und den höfischen Pomp durch den Kakao zu ziehen. Als sich Köln zu Beginn des 19. Jahrhunderts plötzlich unter preußischer Herkunft sah, bot sich das Persiflieren der ungeliebten Obrigkeit als willkommene „Rebellion im Kleinen“ an und wurde schnell zu einem Brauch in der Karnevalstradition.

Das Symbol des Ordens ist also ganz bewusst dem Militärischen entnommen, die Motive eines Faschingsordens haben jedoch mit seiner ursprünglichen Funktion nicht viel gemein. Wenn auch einige Karnevalsorden heute für herausragende Leistungen und Engagement verliehen werden und somit die eigentliche Bedeutung als Belobigung aufrecht erhalten, entsprechen die abgebildeten Motive meist genau dem Gegenteil. Oft werden Politiker oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zum Ziel des jecken Schabernacks und sollten dies in jedem Falle mit einer gehörigen Portion Humor nehmen.

 

Die verschiedenen Ordensklassen

Karnevalsvereine vergeben oft unterschiedliche Orden für diverse Verdienste, wobei es auch hier, wie beim militärischen Vorbild, abgestufte Ordensklassen gibt. Der Sessions- und der Verbandsorden werden jährlich an alle aktiven Mitglieder des jeweiligen Karnevalsvereins bzw. Verbandes vergeben, um sie für ihr Engagement und langjährige Unterstützung zu ehren. Der Verdienstorden hingegen ehrt Mitglieder, die durch besondere Leistungen aufgefallen sind
und wird deshalb nur an ausgewählte Vereinsmitglieder übergeben.
Darüber hinaus werden spezielle Karnevalsorden vergeben, die meist einer Person des öffentlichen Lebens in einer feierlichen Zeremonie überreicht werden. Der „Orden wider den tierischen Ernst“ ist ein hübsches Beispiel für solch einen speziellen Karnevalsorden. Er wird an eine ausgewählte Person vergeben, wenn diese in Ausübung ihrer Tätigkeit besonderen Humor und Schlagfertigkeit bewiesen hat. Viele der Ordensträger sind Politiker, die durch ihre humorvolle oder schelmische Art deutlich machen, dass sie trotz allem noch Mensch geblieben sind und sich „wider den tierischen Ernst“ heiter mit den Dingen auseinander setzen können.
Eine der höchsten Auszeichnungen im Kölner Karneval ist wohl die Willi-Ostermann-Medaille.
Seit 1967 wird sie in unregelmäßigen Abständen an Personen vergeben, die sich um die Kölsche Mundart in der Musik verdient gemacht haben und in der Tradition von Willi Ostermann weiter führen.

Diese Verleihungen finden oft mit viel Pomp in einer öffentlichen Zeremonie statt, sodass es sich nicht länger um eine vereinsinterne Ehrung handelt, sondern um einen allgemein beliebten Brauch, der für viel Heiterkeit sorgt. Die hohe Beliebtheit von Karnevalsorden führt deshalb auch dazu, dass einige Exemplare schon als begehrte Sammlerstücke gehandelt werden, wobei hier nicht der materielle Wert im Vordergrund steht. Obwohl viele Karnevalsorden aus edlen Materialien wie Silber gefertigt und mit Edelsteinen verziert sind, ist ihr symbolischer Wert für den Träger von höherer Bedeutung. Vor allem die Geste bei der Übergabe des Ordens ist wichtig und ehrt den Empfänger in angemessener Weise für seine Leistungen.

 

Herstellung und Motiv der Karnevalsorden

Die Herstellungsverfahren für Faschingsorden sind ebenso vielfältig wie gestalterisch anspruchsvoll und ein schöner Faschingsorden spricht auch für die handwerkliche Fachkenntnis des Herstellers. Hier vereinen sich Goldschmiedekunst, Design und Ideenvielfalt zu einem Produkt, das Heiterkeit und Freude verbreitet. Ob gegossen oder geprägt, die richtige Umsetzung des gewählten Motivs ist immer auch künstlerisches Können. Teilweise werden die Orden noch von Hand bemalt und mit Metalleffekten versiegelt, was sie nicht nur optisch anspruchsvoll, sondern auch für Sammler interessant macht.
Die Motivauswahl wird jedes Jahr aufs Neue von den vergebenden Vereinen und Verbänden geführt und bedient sich an Bildern aus den unterschiedlichsten Bereichen. Aktuelles Zeitgeschehen wird ebenso verarbeitet wie politische Ereignisse, öffentliche Skandale oder historische Symbole aus der jeweiligen Vereinsgeschichte. Aber auch typisches Zeichenvokabular und Narrensymbole wie beispielsweise die Eselsohren an der Narrenkappe, die als Zeichen für Einfältigkeit stehen, oder das Narrenzepter tauchen in den Motiven von Faschingsorden auf.
Da in der volkstümlichen Tradition des Karnevals alle Regeln aufgehoben waren und die Machtverhältnisse ausgeglichen beziehungsweise sogar umgekehrt waren, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Tradition des Verspottens von öffentlichen Personen, die aufgrund ihres Amtes „ranghöher“ sind, bis heute als beliebter Brauch fortgesetzt hat. Zur Karnevalszeit sind alle Menschen gleich und jeder darf sich über jeden lustig machen, muss im Gegenzug aber auch ertragen können, dass er selbst zum Ziel des Hohns der Anderen wird. Schabernack und Ausgelassenheit stehen seit je her im Vordergrund aller karnevalistischer Feierlichkeiten und sollen nichts weiter als Heiterkeit und Freude in den Menschen auslösen.

Da jeder Karnevals- und Faschingsverein eigene Vorstellungen, Wünsche und Anforderungen an die Gestaltung des Ordens hat, ist es wichtig, mit dem Hersteller jeden Schritt abzusprechen und eventuelle Änderungen zugunsten des Motivs in Kauf zu nehmen. Immerhin ist der Karnevalsorden am Ende eine Insignie, die nach außen hin den Verein und seine Mitglieder repräsentieren soll. Die vergebenen Orden sind somit auch ein Aushängeschild für jeden Karnevalsverband.

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